Eigenständige Kinder erziehen – Ratgeber Buch Rezension

Buch Rezension zum Thema eigenständige Kinder und Erziehungsstile für Eltern.

Damon Korb: Eigenständige Kinder – Entspannte Eltern. Wie ich meinem Kind helfe, sich selbst zu organisieren. KUM Medizinverlag, 2020. aus dem engl. übers.: Felix Kloster (Marburg/ Lahn). Original Titel: Raising an Organized Child: 5 Steps to Boost Independence, 2019. 232 Seiten.

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Aufbau und Inhalt des Buches zur Erziehung eigenständiger Kinder

Das erstmals 2019 in den USA erschienene Buch des Amerikanischen Kinderarztes im Bereich Entwicklung und Verhalten, behandelt ein wichtiges Thema der Kindererziehung in acht ungleichen Kapiteln.

Die einzelnen Kapitel werfen dabei ein Licht auf die Entwicklungsphasen während der Kinderentwicklung.

Schwerpunktmäßig basiert das Buch auf aktuellen oder zumindest seit 2000 erschienenen Erkenntnissen zu den einzelnen Kinderentwicklungs Themen.

In den einzelnen Kapiteln geht der Autor auf die Entwicklungsstufen ein.

Angefangen vom Säugling, Baby und Kleinkind über Kindergartenkinder, Schüler und schließlich zum Teenager. Dabei verfolgt er das Ziel von selbst organisiert lebenden, großgezogenen Kindern.

Die fünf Schritte der Eigenständigkeit eines Kindes und die Gehirnorganisation von Kleinkindern wird in den ersten beiden Kapiteln dem Ganzen vorgeschoben. Im Anhang werden zuden praktische Tipps für Eltern gegeben.

Die im Anhang aufgeführten, so genannten „Mini-Routinen“ sollen Kindern helfen, sich zu organisieren und zu orientieren.

ADHS und Autismus. Haben „problematische“ Kinder ein Gehirnproblem?

Die in der Kindererziehung und Diagnostik weiterhin problematischen und in dieser Form fragwürdigen Bezeichnungen wie ADHS oder Autismus werden vom Autor ohne Bedenken aufgenommen.

Diese nutzt er, um „schwierige“ Kinder zu charakterisieren und ihre meist problematischen Verhaltensweisen zu beschreiben.

Das Problem wird beim Kinde gesucht und dadurch verrennt sich der Autor in ein grundlegend strukturelles Problem: Sind Kinder problematisch, weil sie sich nicht anpassen können?

Oder sind die Umstände und der Leistungs- und Anpassungsdruck so hoch, sodass heranwachsende Kinder große Schwierigkeiten haben sich selbst zu organisieren.

Das in seinen Betrachtungen „problematische Kind“ begründet der Kinderarzt Damon Korb völlig unmissverständlich mit dem Entwicklungsdefizit des Gehirns und der individuellen Entwicklung.

Auf ein Metablick auf die Ursachenproblematik von „unorganisierten“ Kindern wird hierbei weitesgehend verzichtet. Der jeweiligen medizinischen Tradition entsprechend sucht der Autor Lösungen für Probleme, indem er Eltern praktische Tipps im Umgang mit Kindern aufzeigt. Diese kommen jedoch im Gesamtumfang des Buches eher sporadisch vor.

Haben Kinder wirklich ein Gehirnproblem?

Da in dem gesamten Buch die eigenen Problemlösungsansätze die Argumentationsstruktur zu untermauern versuchen, erhebt der Inhalt des Buches ein Ratgeber par exellence zu sein. Jedoch sind die Tipps für Eltern mit einigen inhaltlichen Schwächen behaftet.

Die jeweiligen Ratgeber Tipps für Eltern schließen jeweils die einzelnen Kapitel des Buches.

Auch wenn diese gut gemeinten Ratschläge einfach und verständlich bleiben, so wird das Buch immer dann spannend und einleuchtend, wenn konkrete Beispiele mit Geschichten über Kinder dargestellt werden. Diese Geschichten und Erfahrungen von und über Kinder fallen jedoch sehr selten auf, so wie beispielhaft in Kapitel zwei.

Insgesamt bleibt das Buch hinter den eigenen Erwartungen

So bleibt es insgesamt festzuhalten:

Der Autor gibt zwar hier und da Empfehlungen und Tipps, die Eltern, Kinder und vor allem Schulen und Institutionen helfen sollen, Kinder nach einem Schema zu „organisieren“ und zu Eigenständigkeit zu animieren. Es wird aber dem eigenen Anspruch nicht gerecht, ein selbstorganisiertes und selbstbestimmtes Leben für Kinder zuzlassen.

Immerhin schließt das Buch mit einem breit angelegten Quellen- und Literaturverzeichnis. Ohne diesen Anhang wäre dieses Buch wohl kein besonderes Buch geworden, worüber man sich hätte übermäßig freuen können.

Die Literaturangaben und Quellen im Anhang regen jedoch zum Weiterlesen an. Insgesamt hat das Buch 232 Seiten inklusive Anhang und Quellen.

 

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