Kinder richtig zum Zähneputzen erziehen

Da Milchzähne noch keine bleibenden Zähne sind, wird die Wichtigkeit konsequenter Zahnpflege im Kleinkindalter oftmals unterschätzt.

Es ist schon länger erwiesen, dass Karies durch einen bestimmten Keim (kariogene Streptokokken) ausgelöst wird.

Dieser kommt im sterilen Mund des Neugeborenen zwar noch nicht vor, kann aber durch Speichel Anderer auf das Kind übertragen werden.

 

Richtiges Zähneputzen will gelernt sein!

Was viele nicht wissen: Karies bei Milchzähnen ist nicht nur unangenehm für das Kind, sondern kann auch die nachwachsenden Zähne schädigen.

Zahnpflege beginnt daher am besten schon im Mutterleib. Die Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft beinhalten halbjährliche zahnärztliche Kontrollen der Mutter.

Eine Zahnsanierung ist bei Notwendigkeit dringend angeraten um eine Ansteckung des Kindes zu vermeiden. Die werdende Mutter erhält hierbei bereits das künftige Zahnvorsorgeheft ihres Babys mit den vermerkten Nachweisen.

 

Welche Zahnbürste ist für welches Alter geeignet?

Für die Kleinsten gibt es sogenannte Kauzahnbürsten, zur oralen Stimulation. Die erste richtige Zahnbürste sollte einen kleinen Bürstenkopf mit rundem Borstenfeld haben, wobei die Borsten höchstens mittelhart und an den Spitzen abgerundet sein sollten.

Der Griff einer Kinderzahnbürste ist außerdem etwas dicker als bei Erwachsenen. Spezielle Kinderzahnbürsten sind meist in Stufen eingeteilt.

So ist Stufe 1 für 4-24 Monate alte Kinder, Stufe 2 für 2-4jährige und Stufe 3 für 5-7jährige Kinder geeignet.

Ab etwa 3 Jahren kann auch eine Elektrozahnbürste sinnvoll sein, da der hochfrequent schwingende Bürstenkopf unbeholfene Putztechniken ausgleicht und den Kindern oftmals Spaß macht.

Falls das Kind jedoch Angst vor der Elektrozahnbürste hat, sollte es keinesfalls gezwungen und das Zähneputzen somit zu etwas Negativem gemacht werden.

 

Fluoridtabletten oder fluoridhaltige Zahnpasta?

Kinderheilkunde und Zahnmedizin sind sich bei der Beantwortung dieser Frage bislang noch nicht einig geworden.

Von Kinderärzten werden oft Fluoridtabletten verschrieben, um die ersten Zähnchen vor Karies zu schützen.

Viele Zahnärzte halten dies allerdings nicht für erforderlich und empfehlen stattdessen ab dem 6. Monat tägliches Putzen vor dem Schlafengehen mit fluoridhaltiger Kinderzahnpasta (maximal 500 ppm Fluorid).

Davon sollte aber höchstens eine erbsengroße Menge am Tag benutzt werden, wobei darauf geachtet werden muss, dass das Kind möglichst wenig herunterschluckt. Diesbezüglich wird auch von fruchtig schmeckenden Varianten abgeraten.

 

Tipps: Wie Eltern ihre Kinder beim Zähneputzen unterstützen können

Ein eigens für die Kinder angebrachter Spiegel, in dem sie sich beim Putzen beobachten können und wiederkehrende Rituale motivieren Kinder ebenso wie aufgestellte Sand- oder Eieruhren, zum Messen der Putz-Zeit.

Auch mit anderen bunten Utensilien können Kinder spielerisch ans Zähneputzen herangeführt werden. Von Miradent wurden dazu zum Beispiel bunte Lernzahnbürsten und Halter in Form von Tieren entworfen.

Gemeinsam mit dem „Lieblingstier“ kann das Kind den Putz-Vorgang als positiv verinnerlichen. (Die witzigen Tierbürsten gibt es u.a. bei der Europa Apotheek zu bestellen.)

Ritualisierte Lieder und kleine Spiele können Putzmuffel ebenfalls schnell begeistern. Ganz wichtig ist zudem das Lob der Eltern, auch wenn anfänglich "nur" gekaut wird.

Kinder brauchen Vorbilder. Eltern können durchaus, unter Demonstration der Putztechnik, mit ihren Kindern zusammen Zähneputzen.

Vorteilhaft wirken Eselsbrücken unter Handführung. Eine einfache Methode ist die sogenannte KAI-Technik: Hierbei wird systematisch immer in der gleichen Reihenfolge geputzt – zuerst die Kauflächen, dann die Außenflächen, dann die Innenflächen.

Ab einem gewissen Alter wollen Kinder alles selbst machen. Mindestens bis zum Schulalter sollten Eltern allerdings nachputzen.

Bei Putzverweigerung wäre es ungeschickt, mit dem Zahnarzt zu drohen. Mit diesem möchte ein Kind doch, solange wie möglich positive Erfahrungen machen.

Es ist an der Stelle empfehlenswert, sich beim Kinderarzt über das Zähneputzen auch zu erkundigen. Ratschläge bekommen Sie bestimmt. Fragen Sie einfach nach und handeln Sie dementsprechend.

 

Wir hoffe, dass Ihnen unsere Tipps weiterhelfen und Sie bei der Erziehung Ihres Kindes unterstützen.

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3 Gedanken zu “Kinder richtig zum Zähneputzen erziehen

  1. Und vor allem: Dran bleiben. Keine Ausreden. Das Ziel ist klar: Selber machen, selber verantwortlich sein.

    Allerdings schadet es auch nichts, wenn man mal einen Abend, an dem es besonders schön war und man längst schon eingeschlafen ist, das Zähneputzen ausfallen zu lassen. Ist manchmal ein Streitthema bei uns. Für mich gilt: Wichtig ja, aber gern auch mal locker bleiben!

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  2. Ich muss gestehen, dass ich ein "Zahnputzlied" gedichtet habe. Es hatte nicht viel Sinn, reimte sich aber ganz schön mit einer netten Melodie und einem einfachen Text. Also genau so wie Dieter Bohlen seine Hits macht und ich muss sagen, es hat etwas gebracht. Die Kleine blieb ganz locker beim Putzen und hat gemeckert, wenn ich das Lied mal nicht gesungen habe !

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  3. Vielen Dank für die Tipps. Unser Kleiner macht im Moment regelmässig Probleme, weil er absolut nicht putzen möchte. Ich möchte aber später nicht direkt zum Zahnarzt nach Ungarn, weil so viel zu tun ist. Von daher werde ich eure Tipps ausprobieren. Danke!

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