Warum ist das Erziehen von ADHS Kindern anders? Was kann ich tun, damit der Alltag leichter wird – Teil 1

Meist bekommen Kinder mit der eigenartigen Diagnose ADHS (das Wort bezeichnet irgendetwas mit Aufmerksamkeitsdefizit bei Kindern!) Medikamente.

Demnach sollen diese Medikamente Wunder bewirken, die schubweise eintretenden Verhaltensmuster zu meistern. Für einen kurzen Moment hören die ADHS Symptome auf und treten dann je nach Dosierung der Medikamente erneut wieder auf.

Niedrig dosierte Medikamente wirken dementsprechend kürzer als hoch dosierte medikamentöse Behandlung.

Sollten demnach noch konsenquentere Massnahmen ergriffen werden, um das Verhalten von Kindern mit ADHS unter Kontrolle zu bringen?

 

Beitrag basierend auf folgender Literatur.
Arnold Lohaus, Holger Domsch, Mirko Fridrici
„Stressbewältigung für Kinder und Jugendliche“
Mit 23 Abbildungen und 26 Tabellen
Berlin, Heidelberg : Springer Berlin Heidelberg, 2007.
 

»Ob der Philipp heute still wohl bei Tische sitzen will?« Also sprach in ernstem Ton der Papa zu seinem Sohn, und die Mutter blickte stumm auf dem ganzen Tisch herum. Doch der Philipp hörte nicht, was zu ihm der Vater spricht. Er gaukelt und schaukelt, er trappelt und zappelt auf dem Stuhle hin und her. »Philipp, das missfällt mir sehr!«
(Aus Heinrich Hoffmann 2012).

 

Wo lassen sich die Ursachen für nicht „normales“ Verhalten bei Kindern finden?

Sie werden schnell sehen, dass es mit Ihrem Kind nach einiger Behandlungszeit so schlimm sein kann, dass weder Ärzte noch Psychologen helfen können. Und da können auch keine ADHS Medikamente mehr helfen.

Was tun Sie dann?

Selbst mit der höchsten Dosis Medikamente für Kinder mit ADHS kann das Schlimmste nicht verhindert werden.

Kinder mit scheinbar ADHS Symptomen sagen zu allem nein und sind sehr aufsässig. Schlimm wird es vor allem dann, wenn Sie Ihr Kind fragt, warum es denn anders sei als die anderen. Sie sollten nicht Begriffe wie „ADHS Kind“ und sonstiges gebrauchen, wenn Sie mit Ihrem Kind sprechen. Klammern Sie am besten diese „künstlich“ erschaffenen Begriffe aus.

Viele Eltern mit „ADHS“ Kind wissen nicht was sie machen sollen. Sie sind meist und irgendwann total am Ende. Einen Rat bei anderen Eltern zu suchen, kann zwar gut gemeint sein, aber führt meist in ein anderes Problemfeld.

Denn nicht viele Eltern wissen es, mit den Aufmerksamkeitsproblemen Ihrer Kinder umzugehen. Denn die Probleme liegen nicht beim Kind, sondern ganz woanders.

 

Alternative Herangehensweise beim Umgang mit Kindern mit besonders ausgeprägtem Bewegungsdrang

Wir wollen uns anschauen, wie Sie das Problem mit Ihrem Kind, was unter Aufmerksamkeitsproblemen leidet, lösen können. Denn Sie sollten das Problem nicht bei alternativen Heilmethoden und Medikamenten suchen.

Viele Eltern können auch nicht ewig Geduld beweisen. Verzweiflung und Ratlosigkeit treibt sie auch zu Tränen. Wir wollen nun versuchen, Alternativen und Hilfestellungen zu liefern, damit Sie sich bei der Erziehung Ihres Kindes wohl fühlen.

Kinder sind meist hyperaktiv. Die Aktivität bei Kindern ist nicht gleichzusetzen mit Aufmerksamkeitsstörung oder ADHS Symptomen. Denn jedes Kind hat einen Bewegungsdrang. Aufgrund dieses inneren Drangs, die Kinder ganz gerne zeigen und ausleben, sollten Sie Ihr Kind nicht gleich zum Psychologen schicken, oder sonstige medikamentöse Therapien anbringen lassen.

Die Auswahl der Therapeuten ist heutzutage sehr groß. Musiktherapie, Ergotherapie und Psychotherapie sind die gängigen Formen. Auch Kinderärzte schicken Kinder ganz gerne zu Therapeuten und verschreiben Medikamente.

ADHS bei Kindern ist eine leider gängige Bezeichnung für Kinder, die Ihrem Bewegungsdrang freien Lauf lassen wollen und Schwierigkeiten mit ihrem Körper und ihrer Wahrnehmung haben.

Statt den Besuch beim Psychologen könnte daher eher ein Besuch im Zoo oder im Park helfen, aber leider sind wir von diesem Gedanken noch sehr weit entfernt.

Traurig zu sehen, dass Eltern sogar von sich als „ADHS-Mamis“ reden und das bestärkt den Gedanken noch zusätzlich.

Kinder sind sensibler als Eltern. Sie spüren also, wenn man ihnen etwas verheimlicht oder es den Eltern nicht gut geht. Daher sollten Eltern verantwortungsbewusst mit Kindern umgehen. Es nützt nichts, sich selbst als „ADHS-Mami“ zu bezeichnen oder das Kind als „ADHS-Kind“. Das bringt viel mehr Wirbel und Durcheinander in die Beziehung des Kindes zu anderen Menschen.

Eltern sollten Ihre gesamte Kraft dazu nutzen, Ihre Kinder zu bestärken und an ihnen zu arbeiten, mit ihnen gemeinsam vieles zu unternehmen. Geduld und Liebe für Kinder wird auf lange Sicht sicher besser greifen, als Medikamente und Ritalin.

Es gibt also reichlich mehr Alternativen im Umgang mit Kindern, die mit besonderem Bewegungsdrang ausgestattet sind.

Nun bewegen wir uns aber weiterhin auf der Oberfläche des Problems und wollen und noch tiefer in die Bezeichnung ADHS Kind eingehen.

 

Was ist nun ADHS und wie entsteht Stress

ADHS sei ein Aufmerksamkeits-defizits-hyperaktivitäts-Syndrom – kurz erklärt ist das eine Stoffwechselerkrankung im Gehirn.

Wenn das Gehirn des Kindes anders arbeitet, dann braucht es auch viel „Gehirnfutter“. Kinder mit „ADHS“ müssen viel mehr draußen im Freien sich bewegen und sich erschöpfen lernen.

Nicht jeder Mensch ist gleich, daher sollten wir Kinder mit besonderen Fähigkeiten des Bewegungsdranges nicht den anderen „ruhigeren“ Kindern angleichen, sondern ihnen die Möglichkeit geben, sich auszuzeichnen mit dem was sie sind.

Kinder mit ADHS sind hyperaktiv, impulsiv und unaufmerksam. Diese drei Verhaltensmerkmale gehen auf die DSM-IV (American Association´s Diagnostic and Statistical Manual) zurück und beschreiben drei Subtypen zur klassifizierung von ADHS Kindern.

Bevor es jedoch zu diesen hyperaktiven Ausbrüchen oder impulsivem Verhalten der Kinder kommt, muss vorher Stress von Kindern empfunden werden. Das Problem dabei ist, dass jeder Stress anders empfindet. Und vor allem die Stresssituation bei Kindern kann nicht mit dem Stressempfinden der Eltern gleich gesetzt werden.

Ein Streit mit einem Schulfreund kann für ein Kind eine große Herausforderung sein und Stress ervorrufen, während Eltern ähnliche Vorfälle eher als kleine „Ausrutscher“ sehen.

Aber auch kritische Lebensereignisse wie die Scheidung von Eltern, der Umzug in eine andere Wohnumwelt oder der plötzliche Tod der Haustiere kann belastende Wirkung auf die Kinder zeigen.

Denn nach jedem Vorfall wird das Kind mit eine schier „unbewältigbaren“ Situation konfrontiert. Und je nach Wahrnehmung der Situation und den dafür bereit stehenden Bewältigungsstrategien empfindet das Kind Stress!

Aber auch aufgrund der Entwicklung des Kindes können Stressfaktoren eintreten. Beispielsweise beim Eintritt in die Pubertät, oder beim Übergang zur weiterführenden Schule und beim Eintritt in den Kindergarten.

Stress entsteht durch Stressquellen. Diese betreffen die Familie, die Schule, das Umfeld, den Alltag, Freunde und nicht zuletzt das Selbst. Denn meist werden Kinder auch über ihren eigenen Fähigkeiten hinaus von den Eltern unter Druck gesetzt, dass sie eigentlich an sich selbst scheitern und nicht an den Aufgaben.

Kurzum: ADHS ist eine Stoffwechselerkrankung des Gehirns, die das Stressempfinden und die Stressbewältigung des Kindes stark beeinflusst.

Puhhhh!!! Das war jetzt ganz schön viel für ein Kind und für Eltern.

 

Die Tipps für einen besseren Umgang mit Stress bei ADHS Kinder erhalten Sie im folgenden 2. Teil unseres Beitrags zum Thema…

Warum ist das Erziehen von ADHS Kindern anders? Was kann ich tun, damit der Alltag leichter wird – Teil 2

 

Ihr
Eltern leben leichter

 

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