Ängste bei Kindern überwinden

Ängste bei Kindern sind meist harmlos und fördern die Kinderentwicklung, aber Eltern sollten die Ängste des Kindes nicht immer unterschätzen. Erfahren Sie wie Sie die Ängste bei Kindern überwinden.

Abb. 1: Kinderängste verstehen und überwinden.

Meist verläuft die Kinderentwicklung bei Angstzuständen, Trennungsangst und Verlustängsten von Kindern normal und nur ein kleiner Anteil der Kinder mit Trennungsangst nimmt ein schwerwiegendes Ausmaß an.

Über die Trennungsangst bei Kindern – Ursachen, Verlauf und Behandlung von Kinderängsten und wie Sie die Ängste Ihres Kindes überwinden.

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • Wie sich die Trennungsangst bei Kindern zeigt
  • Wie Ängste während der Kinderentwicklung verlaufen
  • Wie Eltern die Trennungsangst bei Kindern bewältigen können

Ängste im Kleinkindalter – Ein Normalfall

Kinder begegnen je nach Alter und Entwicklung unterschiedlichen Ängsten.

Angst vor Dunkelheit, Angst vor dem Alleinsein, Angst vor lauten Geräuschen, Furcht vor Pferden (wie die kleine Fallgeschichte des „kleinen Hans“ bei Sigmund Freud zeigt), Angst vor Ratten, Angst vor der Schule oder Prüfungen usw.

Die Liste ließe sich weiter fortsetzen.

„Angst haben“ oder „sich vor etwas fürchten“ ist eine normale Reaktion von Lebewesen und insbesondere auch von Kindern.

Jedes Kind zeigt Reaktionen auf eine akute oder eine vorgestellte Gefahr. Das Kind rennt vor etwas weg, versteckt sich hinter der Mutter oder verkriecht sich unter einer Decke.

Diese und ähnliche Verhalten von Kindern bei Angst ist allen Eltern bekannt.
Das Kind zeigt eine Reaktion auf ein inneres Gefühl, es zeigt seine Ängste in sehr deutlicher Form.

Insbesondere im Kleinkindalter sind Ängste bei Kindern normal und kommen deutlich zum Vorschein. Ängste gehören für eine normale Entwicklung des Kindes dazu.

Meist sind Ängste vorübergehend und dauern nur für kurze Zeit an. Je nach Alter verändern sich die Ängste des Kindes, verlagern sich oder decken sich mit anderen Ängsten und Befürchtungen.

Ängste im Kleinkindalter

Kleinkinder beispielsweise zeigen Ängste, wenn sie allein gelassen werden.

Sie haben in den ersten Lebensjahren Ängste vor fremden Menschen, Gegenständen und lauten Geräuschen, sowie Angst vor Tieren.

Ängste im Kindergartenalter

Später haben Kinder Angst vor ihrer eigenen Phantasie.

Meist sind es dann Gespenster, Monster und Geister, wenn Kinder in das Kindergartenalter kommen.

Auch vor Naturereignissen wie vor Stürmen und Blitzen zeigen Kinder Ängste.

Ängste im Grundschulalter

Grundschulkinder beziehen ihre Ängste immer häufiger auf die Schule.

Sie fürchten sich meist vor mögliches oder vermeintliches Versagen und vor negativen Bewertungen und Noten durch andere (beispielsweise Lehrer, Freunde oder Eltern).

Gelegentlich tauchen Ängste vor Verletzungen, Krankheiten und vor dem Tod auf, oder die Angst vor medizinischen Eingriffen (beispielsweise vor einer Spritze).

Mit fortschreitendem Schulalter nehmen die Ängste vor Phantasiegestalten, Dunkelheit und vor Fremden und vor Tieren ab.

Insgesamt häufiger werden dagegen Ängste vor negativer Bewertung, soziale Ängste und Ängste bezüglich der Gesundheit.

Und schließlich haben die meisten Kinder mehrere Ängste gleichzeitig.

Wann gelten Kinderängste als krankhaft, wann wird eine Behandlung von Ängsten bei Kindern nötig?

Aufgrund der weit verbreiteten Ängste von Kindern stellt sich die Frage, wann die Angst als normal gilt, und wann womöglich das Kind mit seiner Angst eine Behandlung braucht, also , wie sie Ängste bei Kindern überwinden müssen.

Sofern die Ängste des Kindes lange anhalten und dadurch seine normale Entwicklung verhindert wird, sollten Sie sich speziell beraten lassen.

Starke Ängste von Kindern können zu Problemen in der Familie oder in anderen Lebensbereichen, wie etwa in der Schule führen.

Temporäre Ängste hingegen sind eher als normal einzustufen. Diese auf kurze Dauer andauernden Ängste tauchen plötzlich auf und vergehen dann auch schnell wieder.

Die für die Verarbeitung der Angst beanspruchte Zeit ist jedoch entscheidend für die Bewertung der Kinderangst.

Braucht Ihr Kind mehrere Wochen und Monate, um sich mit einer beängstigenden Gegebenheit auseinanderzusetzen, sollten Sie genauer hinschauen und eventuell Hilfe holen.

Wie sich die Trennungsangst bei Kindern zeigt und wie sie im Extremfall verläuft

Kinder mit besonders hohen Trennungsängsten zeigen eine übermäßige Reaktion, wenn sie sich von ihren Eltern trennen oder ihm/ihr eine Trennung von den Bezugspersonen bevorsteht.

Sie haben Angst davor, dass, wenn sie sich von den Eltern trennen, ihnen selbst oder den Eltern etwas Schlimmes zustößt.

Sie fürchten sich davor, sich nie wieder zu sehen.

Meist sprechen Kinder in diesem Zusammenhang von Entführung, indem sie sich davor fürchten, von Fremden „geklaut“ zu werden, oder dass den Eltern ein Unfall auf der Straße passiert und sie nie wieder zurückkämen.

Häufig wollen Kinder dann abends nicht ohne Licht einschlafen, sie wollen, dass die Mama beim Einschlafen bei ihnen bleibt.

Kinder mit Trennungsängsten gehen ungern alleine zur Schule oder wollen nicht alleine im Kindergarten gelassen werden.

Sie vermeiden häufig das Übernachten bei Verwandten oder Freunden.

Wollen die Eltern kurz ohne ihr Kind zum Einkaufen, so zeigt das Kind aufgrund der bevorstehenden Trennung von den Eltern starke Angstreaktionen.

Die Stimmung des Kindes wird aggressiv, gereizt oder manchmal sogar apathisch. Nicht selten kommen auch Bauchschmerzen oder Kopfschmerzen hinzu.

Aufgrund von Trennungsangst träumen Kinder häufig schlecht. Sie entwickeln zunehmend das Bedürfnis, immer bei der Mama sein zu wollen.

Halten diese oben erwähnten Symptome länger als eins bis zwei Monate stark an, sollten Sie sich professionelle Hilfe holen.

Wie Sie die Trennungsangst bei Kindern bewältigen können

Die Bewältigung der Trennungsangst des Kindes ist von sehr großer Bedeutung für die Kinderentwicklung.

Um möglicher Schulphobie vorzubeugen, oder gar eine emotionale Störung bei Ihrem Kind zu vermeiden, sollten Sie sich früh genug mit den Ängsten Ihres Kindes auseinandersetzen.

Hierzu möchten wir Sie auf unseren Ratgeber hinweisen, sie erhalten darin knapp fünfzig Tipps zur Bewältigung von Kindrängsten und lernen passende Umgangsformen mit der Trennungsangst kennen.

Mehr Infos zum Ratgeber finden Sie unter

„Ratgeber Trennungsangst. Wie Sie die Ängste Ihres Kindes bewältigen.“

 

Fazit – Wie Sie die Ängste bei Kindern überwinden

Ängste sind wichtig und gut für die Entwicklung Ihres Kindes, sofern diese Ängste nicht krankhaft lange andauern.

Ängste bei Kindern zeigen sich in unterschiedlichster Form und meist spielen die Eltern dabei eine große Rolle.

Kinder fürchten sich extrem davor, dass ihren Eltern etwas passieren könnte, wenn sie sich von ihnen trennen. Dies ist ein Normalfall.

Daraufhin zeigen Kinder Reaktionen, die ziemlich stark sein können, sodass auch körperliche Symptome auftreten können.

Alles in allem entsteht und verläuft die Trennungsangst oder Verlustangst bei Kindern nach ganz bestimmten Mustern. Ihre Ängste bewältigen Kinder meist innerhalb von wenigen Wochen.

Sollten Ängste bei Kindern krampfhaft werden und wenn Kinder in ihrer Angst steckenbleiben, sollten Sie sich Hilfe holen. (Auch über das Steckenbleiben bei Trennungsangst erfahren Sie im Ratgeber)

Doch bevor Sie sich jetzt in große Panik versetzt sehen, schauen Sie sich doch einmal unsere Beiträge über die Angst bei Kindern in Ruhe einmal an.

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